Der N-Markt: eine Erfolgsgeschichte

Die Nenngröße N ist eine genormte Baugröße für Modelleisenbahnen entsprechend der Vorgaben der NEM und NMRA. Während die normale Eisenbahnschiene eine Spurbreite von 1,435 Metern hat, besitzen die N-Spur-Modelle eine Spurbreite von neun Millimetern. Der Maßstab beträgt somit 1 zu 160. In einigen Ländern, unter anderem in Großbritannien und Japan, weicht der Maßstab mit 1 zu 148 bzw. 1 zu 150 ab, wobei die Normgröße für die Spur der Modelleisenbahnen bei neun Millimetern bleibt. Ursächlich dafür ist, dass die Regelspurbreite der Schienennetze in einigen Ländern vom deutschen Standard abweicht.

Die Urväter der N-Spur-Modelle waren die Gebrüder Bing, die im Jahr 1912, also vor mehr als 100 Jahren, die erste Modelleisenbahn mit einer Spurbreite von neun Millimetern herausbrachten. Rund acht Jahre später beschäftigte sich der Brite H.B. Whall mit den Miniaturzügen – und brachte eine Modelleisenbahn im Maßstab von 1:152,3 auf den Markt, die an die damaligen Spurbreiten der Schienennetze anpasst war.

Die erste elektrisch betriebene Modelleisenbahn wurde im Zuge der goldenen Zwanziger Jahre entwickelt, mit einer Spurbreite von achteinhalb Millimetern. Dieses Modell setzte sich aber bei den Käufern nicht durch, weshalb in der Folge weiter experimentiert wurde: Von der 10-Millimeter-Spurweite der deutschen Firma Staiger über die 8-Millimeter-Kerstin-Bahn wurden jegliche Variationen ausprobiert. Letztlich aber setzte sich das Urmodell im Laufe der Zeit durch und wurde durch den elektronischen Antrieb und andere Details zunehmend verbessert.

Seit dem Jahre 1964 wird die N-Spur-Modelleisenbahn unter dem Kürzel „N“ geführt, da in den meisten Sprachen die Zahl neun (entsprechend für die Spurbreite) mit einem N beginnt. Die internationale Normierung umfasst aber noch weitere Festlegungen: So ist die Fahrspannung auf 12 V in Verbindung mit dem 2-Leiter Gleichstrom-System fixiert. Zudem wurde die Klauenkupplung standardisiert. Fünf Jahre nach der Normierung steigt die wohl bekannteste deutsche Firma „Fleischmann“ in den N-Markt ein und bringt ihr eigenes Gleissystem mit angespritztem Schotterbett mit. Das ist erst der Beginn einer ganz besonderen unternehmerischen Erfolgsgeschichte.

15.9.16 22:20, kommentieren

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Aus der Liebe zur Spur N

Ich erinnere mich noch ganz genau: Als ich vier/fünf Jahre alt war, schlich ich mich heimlich in den Keller, wo mein Vater seine gesamte Modelleisenbahn-Sammlung aufbewahrte. Früh morgens, noch im Schlafanzug, wenn meine Eltern schliefen. Mit riesengroßen Augen starrte ich die Spur-N-Modelle von Arnold, Brawa, Fleischmann und vielen weiteren Herstellern an. Ich traute mich gar nicht, nah heran zu gehen, da ich Angst hatte, dass ich etwas von diesen kleinen Schätzen zerstören könnte.

Rund drei Monate lang ging das so, bis ich mich letztlich doch traute, eine der Loks anzufassen. Und prompt fiel sie mir aus den Händen. Mit Tränen in den Augen und voller Panik rannte ich zu meinen Eltern ins Schlafzimmer und beichtete ihnen alles. In meiner Panik bemerkte ich gar nicht, dass mit der Lok nichts passiert war. Sie hatte nicht einmal einen Kratzer abbekommen. Zu meiner Verwunderung war mein Vater weder erschrocken noch böse über die Heimlichtuerei. Vielmehr ahnte er schon länger, was ich trieb. Und so führte er mich seither in die Miniaturwelt der Modelleisenbahnen ein.

Auch wenn das Sammeln von Modelleisenbahnen heutzutage eher als altmodisch und nicht hipp gilt, ist mir meine Liebe über die Jahre erhalten geblieben. Und wo andere auf der Suche nach Pokemons durch die Straßen flanieren, beschäftige ich mich eben mit meinen kleinen Zügen. Besonders die N-Spur-Modelle haben es mir angetan. Vielleicht liegt das auch an meiner Kindheit und Jugend. Vor zwei Jahren habe ich dann angefangen, mich mehr mit den Ne-Modellen, also den Schmalspur-Modellen, zu beschäftigen.

Ironischerweise habe ich meine berufliche Karriere bei der Deutschen Bahn eingeschlagen und arbeite dort seit nunmehr 13 Jahren. Nach meinem Studium im Ingenieurwesen habe ich über ein Praktikum sofort eine Anstellung gefunden. Und kann so auch beruflich meine Passion für Züge ausleben. So wird also mein gesamtes Leben von der Eisenbahn bestimmt - und trotz dieser Eigenart habe ich eine wundervolle Familie gegründet.

15.9.16 21:40, kommentieren


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