Grundlagen zum Bau der Modelleisenbahn: So klappt's mit der Planung

Die eigene Modelleisenbahn zu planen, kann ein ganz schönes Mammut-Projekt sein. Für manche sogar eine Lebensaufgabe. Zwar wirkt es auf den ersten Blick – für Außenstehende natürlich nur – wie ein sehr aufwändiges Spielzeug, dem man sich nach Feierabend oder am Wochenende widmet. So die Theorie. In der Praxis sieht das Ganze aber völlig anders aus. Denn wir Modelleisenbahnbauer würden niemals von einem Spielzeug sprechen, wenn wir unsere Modelleisenbahn Spur N meinen oder die Miniaturbäume mit einer Pinzette auf den Untergrund aufsetzen. Für uns ist es nämlich wie ein eigenes Baby, ein Projekt, dem wir uns gerne widmen und darüber auch manchmal die Zeit verlieren. Und dann kommt wahrhaftig das Kind im Manne heraus. Besonders dann, wenn wir nach monatelanger Arbeit – so lange dauert der aufwändige Bau meistens – unser fertiges Projekt betrachten können und mit vor Stolz geschwellter Brust unseren Freunden und der Familie davon erzählen.

Doch irgendwie wird unsere Modelleisenbahn nie fertig sein. Denn nach mehreren Wochen zeigen sich die ersten Abnutzungsspuren und man muss Reparaturen durchführen. Oder man findet ein neues Teil für die Landschaftsgestaltung oder hat eine neue Idee. Das Projekt unterliegt also einem permanenten Wandel – bis man seinem Hobby abschwört, seine Modelleisenbahnanlage vererbt oder aus dem Leben scheidet. Wie aber beginnt man die Planung überhaupt? Und was ist beim Bau genau zu beachten? An dieser Stelle möchte ich euch keine vollständige Anleitung liefern. Diese findet ihr einfach im Internet, etwa unter dieser Webseite . Vielmehr soll es darum gehen, euch wertvolle Tipps zur Inspiration, Durchführung und Motivation mitzugeben.

Wie beginne ich mit der Planung?

Um mit der Planung beginnen zu können, muss man vorab die Voraussetzungen, eigenen Vorlieben und Anforderungen am besten schriftlich fixieren, um so eine Übersicht zu bekommen. Dabei sollte man in erster Linie schauen, wo genau die Modelleisenbahnanlage sich befinden soll, also Outdoor oder Indoor, und wie viel Platz letztlich zur Verfügung steht. Danach muss man nämlich die Größe des Untergrunds und dessen Materials aussuchen. Für eine Gartenmodelleisenbahn sind zusätzlich dazu besondere Maßnahmen zu ergreifen, beispielsweise eine Drainage verlegen, um stehendes Wasser unter der Anlage zu vermeiden. Im Haushalt ist hingegen ein Gestell sehr empfehlenswert, sodass man die Eisenbahn bequem beobachten kann. Eventuell kann man hier auf Material zurückgreifen, das man noch von alten Modelleisenbahnen im Keller gelagert oder günstig auf dem Flohmarkt erworben hat.

Unabhängig vom Platzangebot sollte man sich bei der Planung für eine Form entscheiden, wobei man zwischen dem Rechteck, der L-Form, der U-Form oder der Hufeisenform auswählen kann. Hiernach richtet sich später auch, wie die Schienen verlegt werden, z.B. in der Knochenform oder im Kreisverkehr, und welche Baugröße sie haben, etwa N, HO oder Z. Ebenso ist zu hinterfragen, ob sich für die eigenen Ansprüche eine komplett selbst gestaltete Modelleisenbahnanlage, eine Segmentanlage oder eher ein Modellbahnmodul eignet, das man fest installieren möchte oder schnell wieder abbaubar ist. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn man die Modelleisenbahnanlage nur temporär im Wohnzimmer aufstellen möchte, diese aber für Feierlichkeiten wieder wegräumen muss.

Nun geht es an die detaillierte Planung

Hat man einmal die Rahmenbedingungen ermittelt und festgelegt, dann muss man sich für ein Thema entscheiden. Bei der Modelleisenbahnanlage kann dieses beispielsweise wie folgt klingen: „Betriebsbahnhof mit angeschlossenem Fährhafen“ oder „Durchgangsbahnhof an zweigleisiger Hauptstrecke“. Man kann auch je nach Platzangebot mehrere Themengebieten miteinander verbinden und so ein aufwändiges Transportsystem mit bis zu fünf Gleisen integrieren. Dabei sollte man aber nicht vergessen: Je aufwändiger das Thema ist, desto mehr Material benötigt man und desto länger wird die Fertigstellung dauern.

Entsprechend des Themas werden nun die Weichenanlagen und die Lage der Bahnhofgleisen geplant. Man entscheidet, wie viele Gleisen man benötigt und welche Gleisanordnung später einen vorbildgerechten Eisenbahnbetrieb und einen besonders großen Spielespaß ermöglicht. So ermittelt man auch, wie viele Ebene vorgesehen sind und welche Gleisen sichtbar und welche unsichtbar sind, indem sie zum Beispiel durch Tunnel verdeckt werden oder man Schattenbahnhöfe integriert. Hierdurch können Züge im nicht sichtbaren Bereich der Gleisanlage abgestellt und gewechselt werden, wodurch für den Betrachter mehr Spannung erzeugt wird.

Nach der Modelleisenbahnplanung kommt die Landschaftsgestaltung

Natürlich ist mit der Gestaltung der Gleisanlage der Bau der Modelleisenbahn noch lange nicht abgeschlossen. Denn die Landschaft ist mindestens genauso wichtig für die Miniaturwelt. Deshalb sollte man sich an originalgetreuen Regionen orientieren, die man mit Blick auf eine Jahreszeit und die Vegetation nachbildet. Natürlich kann man auch verschiedene Landschaftskomplexe miteinander verknüpfen, wodurch man etwas Abwechslung erhält. Auch städtische Regionen eignen sich bestens für die Modelleisenbahn.

Ein unverzichtbares Material für die Landschaftsgestaltung ist Pappmaché, das zum einen ein sehr geringes Gewicht hat. Zum anderen kann man dieses recht schnell auf und wieder abbauen. Tunnel, Berge und Hügel können so leicht angefertigt werden. Für die Tunnel benötigt man zusätzlich ein Spantengerüst, das man mit Holzleim befestigt. Ist die Gestaltung der ebenen und bergigen Flächen abgeschlossen und sie diese abgetrocknet, dann darf man sich gern farblich so richtig austoben.

30.9.16 19:59

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